Mittwoch, 8. Oktober 2008

Besuch

In exakt einer Woche laufen hier meine Freunde und Kollegen Werner und Wolfgang auf! Sie werden in diesem Hotel in Medano Quartier beziehen.



Von ihren Zimmern aus haben sie einen direkten Blick aufs Meer (hoffentlich!). Der könnte dann so aussehen:



Und wenn sie Glück haben brät uns Angela einige Wachteln, die ich so sehr liebe, und die hier tatsächlich spottbillig sind:



Beeilt Euch! Mir knurrt der Magen!



Und wie wäre es mit einem Gin-Tonic? Very british here.



Nicht alles, sicher.



Und mit so einem Blick schmeckt sogar das hiesige Dorada-Bier, Werner!

Müll

Etwas den staubigen Weg hinunter, an der Einmündung auf die asphaltierte "Straße", und man steht an den Mülltonnen, die auch für uns zur Verfügung stehen. Jedes Mal, wenn man an dieser Stelle vorbeifährt, sieht das Ensemble anders aus. Ein Vergleich mit deutschen Verhältnissen wäre unsinnig. Die Tonnen bilden hier das Zentrum eines großflächigen Areals, auf dem immer wieder Dinge auf- und umgeschichtet werden. Gestern zum Beispiel gab es wohl wahre Schätze zu bergen, denn ein mit vier wühlenden Guanchen besetzter Kleinbus suchte und fand so einiges. Als ich mich mit Lucie zu Fuß gemächlich näherte blies man zum Finale und hinterließ mir folgendes Arrangement:



Habe mich entschlossen jede Veränderung zu dokumentieren und die schönsten Zustände hier zu zeigen. Schon spannend, was da so alles entsorgt und besorgt wird. Müllanalyse ist ja schon lange eine soziologische Methode der Feldforschung. Machen wir daraus auch eine ästhetische Aufgabe...

Herbst...

... auf Teneriffa ist noch ungewohnt für mich. Es windet sehr, und manchmal tauchen Erinnerungen an die Seeräuberliteratur auf, die ich in meiner Kindheit verschlungen habe. Captain Hornblower zum Beispiel. Jetzt mit prall gefüllten Segeln das Meer durchpflügen, auf der Jagd nach fetter Beute...

Manchmal kommen sogar ein paar Tropfen Wasser vom Himmel, und dann fängt plötzlich die Natur an alles zu geben. Blüten sprießen, Blätter recken sich, Tiere werden aktiv.



Dieser Strauch leuchtet im Patio, dem kleinen Innenhof der Finca. Vor ein paar Wochen habe ich ihn radikal zurück geschnitten, was ihm sichtlich gut bekam. Der Durchgang rechts am Bildrand ist fast schon wieder zugewachsen.



Die Blüten aus der Nähe. Reinstes Magenta!



Blick auf das Meer von der Südterrasse aus.



Der Teide vom Bett aus gesehen so gegen 8.30h. Mache mir bei dem Anblick dann manchmal bewusst, dass die erste Stunde gleich vorbei ist. Ein gutes Gefühl stellt sich dann ein...



Einer der vielen Drachenbäume, die alle doch recht unterschiedlich aussehen. Habe jetzt per Zufall entdeckt, wie es dazu kommt:



Des Rätsels Lösung!

Da fällt mir ein, dass ich einst wegen eines neu erstandenen Drachenbaums eine höllischen Ärger bekam. Nach Feng-Shui soll er schlechte Stimmung auslösen und für Zwietracht sorgen. Kann ich hier nicht bestätigen. Die Dinger sind riesig, und die meisten Menschen in ihrem Schatten bleiben friedlich. Für die Guanchen war er heilig, und sein Saft diente als Medikament. So viel zum Thema Einbildung...

Fotoexkursionen...

Über ein Internetforum habe ich Günther kennengelernt. Ein Franke, der zeitweise mit seiner Frau auf der Insel wohnt, und ein Meister der Fotografie. Gelegentlich machen wir gemeinsame Exkursionen, und so kam ich zum zweiten Mal in die Canadas, habe dort aber ganz andere Dinge entdeckt, oder bekannte neu gesehen.



Diesmal habe ich mich eher der Nahsicht gewidmet und war begeistert von den ganz unterschiedlichen Steinen und geologischen Formationen, die der Vulkan hervorgebracht hat.



Zum Abschluss des sehr entspannten und erfolgreichen Tages luden mich die Beiden in ein Lokal in der Nähe von Puerto de la Cruz ein, das nicht so einhellig gelobt wird, wie ich dachte. Angela zog die Augenbrauen hoch, wir fanden es toll. Es ist auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters untergebracht und in einzelne Restaurants untergliedert, die jeweils einen anderen Bereich abdecken. Es heißt "El Monasterio" und befindet sich auf einem Gelände von 100.000 qm.



Der barocke doppelte Treppenaufgang macht schon was her!



Blick in das Fischrestaurant...



... und in den Weinkeller.



Das Gelände ist sehr gepflegt und lädt zu einem Spaziergang ein. Interessante Anlage mit vielen sehenswerten Bepflanzungen. Diesen Exoten kenne ich nicht. Die Blüten erinnern ein wenig an Strelitzien?

Haustiere...

Die Hunde haben wir ja schon vorgestellt, Agathe (die Katze) auch. Fehlt nur noch unser Hausgekko.



Er lebt tagsüber hinter dem Bild (einer wunderschönen Seidenmalerei von Helga, in einen Rahmen gespannt), und scheint sich dort sehr wohl zu fühlen. Sobald Ruhe eingekehrt und die Sonne hinter den Hügeln verschwunden ist traut sich der kleine Geselle heraus und macht sich auf die Jagd nach Insekten. Gut so! Nur schade, dass er mir die lästigen Fliegen nicht vom Leibe halten kann. Vielleicht sollten wir uns ein Chamäleon anschaffen...

Die zahlreichen Eidechsen, die einen zwischen den Füßen herumflitzen, können da auch nichts ausrichten.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Kunstkurs Eckardt / Abi 2009

Da ich noch keine Nachricht von Euch habe, ob Ihr in den Herbstferien alle auf Teneriffa weilt, nehme ich mir jetzt etwas anderes vor. Schade eigentlich! Hier könnten wir tatsächlich noch Exkursionen machen und im Freien malen und zeichnen! Vorausgesetzt, die Schweißtropfen auf dem Papier würden Euch nicht stören! Hier haben wir heute nämlich wahrhaft sommerliche Temperaturen!

Und knechtet Euch Frau Rohde in meiner Abwesenheit vernünftig?! Nicht, dass sie euch zu sehr verwöhnt, was ich aber nicht glaube. Und Fragen gibt es auch gar keine?

Weiß nicht so recht, ob ich mich das jetzt beruhigt oder nicht.

Wünsche Euch aber auf jeden Fall schöne Herbstferien!

Taganana

Gestern wäre es fast so weit gewesen, dass ich die Wellen des Atlantiks - dem Neptun gleich - durchpflügt hätte! Aber ohne Badesachen genierte ich mich dann doch, so einladend der Strand bei Taganana auch ist.



Nach einem recht ansprechenden Fischessen war mir auch der Leib zu schwer, als dass ich mich unbeschwert den Fluten übergeben wollte... Getragen hätten sie mich vermutlich. Ertragen hätte ich das Geschunkele wohl eher nicht.



In einem kleinen Restaurant gleich am Strand gab es Zackenbarsch in ganzen Früchten. Da ich (mal wieder) einen solch' ausgewachsenen Hunger hatte gibt es leider nur ein Bild "danach".



Angela entschied sich für Pulpo, gegrillt, der sich dann aber als in Öl eingelegt "entpulpte", der ihr nicht sooo schmeckte. Im Unterschied zu mir. Die Kartoffeln waren also überflüssig geworden. Nur gut, dass mein Schatz als Vorspeise etwas weißen Käse mit Mojo hatte... Vermutlich hätte ich sonst doch noch ein schlechtes Gewissen ob der mir zugewiesenen Portionen.



Beruhigend war, dass sie später noch diese nette kleine Portion Tapas vorgesetzt bekam. Kaninchen mit Kartoffeln, aber diesmal etwas feiner angerichtet als üblich. Und das an einem Ort, von dem hier vielleicht noch einmal die Rede sein wird...



Ein kleiner Verdauungsspaziergang - im Rahmen der Möglichkeiten - war nötig, um die Speise gleichmäßiger im Leib zu verteilen. Dieses kleine Landzunge versprach ein unmittelbares Erleben von brausendem Meer und steifer Brise.



An der Spitze, die wie ein Bug ins offene Meer hinausragt, fühlte sich die wasserscheue Lucie nicht ganz so wohl, da immer wieder die Wellen gegen die Mauer klatschten und uns (und sie leider auch) erfrischten. Aber sie war dennoch tapfer, die Kleine.



Auf der Suche nach der schönsten anbrandenden Welle setzte ich wirklich alles aufs Spiel und wagte mich weit vor, wie diese beeindruckende Aufnahme belegt.



Was macht es dann schon bei einer solchen Bildausbeute, wenn man hinterher so aussieht? Es dauerte zwei Stunden, bis ich wieder trocken gelegt war. Sei's drum. Alles für die Kunst!



Lucie dagegen nahm ganz gegen ihre Gepflogenheit aus Schiss Kontakt mit dem Meer auf. Der wilde Rüde war ihr dann wohl doch zu wild und groß. Suchte ihr Heil in der Flucht und ganz schnell Deckung bei Herrchen (Strand) und Frauchen (Wasser, igittt!). Und das war natürlich alles ganz aufregend, zumal die Szene vom beißenden Gestank eines brennenden Bootes begast wurde. Nun ja, mit Hilfe eines jungen Mannes und zweier Wasserflaschen und mühsamer Wasserkette haben wir das dann gelöscht. Lucie sieht seitdem in Angela und mir gottgleiche Wesen, die Macht über Feuer und Wasser haben. Nun ja. Schaden tut es ja nicht, wenn die Kleine Respekt hat. Wenn sie schon sonst nicht gehorcht...

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Wer sich wundert, warum ab jetzt oft keine Umlaute mehr erscheinen: Telefon- und Internetverbindungen liegen darnieder (Inzwischen korrigiert. Ja, das Lehrerherz...). Sitze gerade in einem Internetcafè in San Isidro. Werde das wohl noch oefter tun, und auch mal mit meinem Notebook herkommen. Dann gibt es auch wieder Bilder! Ansonsten bin ich nur noch ueber Handy erreichbar. Nummer gibt es auf Mailanforderung unter peter.eckardt@googlemail.com.

Muss jetzt nach Adeje zum Zahnarzt. Nadja wartet sicher schon ungeduldig mit dem Besteck...